Der jetzige Verein wurde im Jahre 1862 mit dem Namen
Turnverein e.V. Wieseck gegründet. Die sich zum
Verein zusammengeschlossenen wenigen Mitglieder nahmen
nach Beschaffung einiger Turngeräte die turnerische
Betätigung auf und es fanden sich bald immer
mehr Anhänger, die sich für die ideale Turnsache
begeisterten. Schon im ersten Jahr seines Bestehens
schloss sich der Verein der Deutschen Turnerschaft
an.
Im Jahre 1873 wurde eine Gesangsabteilung ins Leben
gerufen. Zwecks Wahrung des Kooperationswesens ließ
sich der Verein im Jahre 1905 in das Vereinsregister
beim Amtsgericht Gießen eintragen. Am 04. August
1906 gründeten einige Turner den Arbeiter-Turnverein.
Der neue Verein, der den Namen freie Turnerschaft
Wieseck erhielt, nahm in den folgenden Jahren einen
raschen Aufschwung und wurde bald durch die hervorragenden
Leistungen seiner Turner über die Grenzen unseres
Heimatgebietes bekannt.
Dem turnerischen Streben und der guten Weiterentwicklung
wurde durch den Weltkrieg 1914 Einhalt geboten. Während
der Kriegsjahre ruhte der Turnbetrieb und erst im
Jahre 1919 konnten die Turn- und Gesangsstunden wieder
aufgenommen werden.
Durch die Gründung einer Turnerinnenriege, einer
Faustballmannschaft sowie einer Handball- und Fußballabteilung
nahm das Vereinsleben in den folgenden Jahren einen
mächtigen Aufschwung. Um diesen Abteilungen ein
Betätigungsfeld zu schaffen stellte die Gemeinde
dem Verein ein Gelände am Waldrand zur Verfügung.
Von den Vereinsmitgliedern musste viel Arbeit geleistet
werden um darauf einen brauchbaren Sportplatz herzurichten.
Im Juni 1922 sah man in Wieseck das erste internationale
Fußballspiel zwischen dem Fußballverein
Grashoppers Basel und der Freien Turnerschaft Wieseck.
Sportlicher Höhepunkt in der nun folgenden Zeit
war 1925 die erste Arbeiterolympiade in Frankfurt/Main,
zu der die Freie Turnerschaft Wieseck eine große
Anzahl Turner entsandte. Als 1931 die 25-Jahrfeier
der Freien Turnerschaft Wieseck gestattet wurde, hatte
sich die Mitgliederzahl seit 1920 fast verdreifacht
und neben 250 Aktiven wurden 150 Kinder in verschiedenen
Sportarten betreut. Diese rege Tätigkeit wurde
im Jahr 1933 jäh unterbrochen als der Verein
durch die Nationalsozialisten verboten wurde. Die
Geräte übereignete man dem Turnverein 1862
Wieseck und nahezu alle aktiven Sportler setzten ihre
Tätigkeit in der neuen Gemeinschaft fort. So
endete der Verein durch den Druck von außen,
ein Verein, der nicht nur in ideeller, sondern auch
in kultureller Beziehung in Wieseck viel geleistet
hatte. Die letzte größere Veranstaltung
führte der Turnverein 1862 e.V. Wieseck 1937
anlässlich seines 75-jährigen Bestehens
durch. Im 2. Weltkrieg ruhte der komplette Sportbetrieb.
1945 wurde der Verein auf Befehl der Alliierten aufgelöst.
Um die chronologische Reihenfolge der Wiesecker Vereine,
die auf sportlichem Gebiet tätig waren, zu gewährleisten,
muss auch der Sportgemeinschaft 1945 gedacht werden.
Gegründet am 1. September 1948 von einigen sportbegeisterten
Männern entwickelte sich die Sportgemeinschaft
Gießen-Wieseck trotz der widrigen Zeitumstände
mit all ihren ungünstigen Begleiterscheinungen
zu einem großen und starken Verein. Auf Grund
einer im Vereinsregister nicht erfolgten Löschung
wurden 1949 alle Mitglieder des Turnvereins 1862 e.V.
Wieseck zusammengerufen und der Beschluss gefasst,
eine Verschmelzung mit der inzwischen gegründeten
Sportgemeinschaft Gießen-Wieseck herbeizuführen.
Am 17. Dezember 1949 wurde die konstituierende Versammlung
beider Vereine einberufen, die den einstimmigen Beschluss
fasste, die neue Vereinigung mit Wirkung vom 1. Januar
1950 ins Leben zu rufen und ihr den Namen Turn- und
Sportgemeinschaft Gießen-Wieseck e.V. zu geben.
Für den Verein folgten Jahre stolzer Erfolge
und Jahre eines wechselvollen Auf- und Niederganges
im Turn- sowie im Fußballbereich. Seit Bestehen
des Vereins hat sich der Vorstand bemüht, die
vorhandenen Übungs- und Wettkampfstätten
zu verbessern und durch den Bau neuer Sportanlagen
die Voraussetzungen für eine stetige sportliche
Aufwärtsentwicklung zu schaffen. So konnte 1953
der Sportplatz von der Stadt Gießen käuflich
erworben werden. Im selben Jahr begann man mit der
Erstellung eines eigenen Vereinsheimes, das mit Umkleideräumen,
Duschanlagen, einer Gaststätte und einer Wohnung
für den Pächter ausgestattet wurde. 1964
erfolgte die Gründung der Tischtennisabteilung
und 1965 wurde der 2. Weg-Sport, in Zusammenarbeit
mit der Stadt Gießen, ins Leben gerufen.
Die nächste große Aufgabe bestand darin
durch Errichten von Laufbahnen und Sprunganlagen die
notwendigen Voraussetzungen für das Bestehen
einer Leichtathletikabteilung zu schaffen. Da eine
Erweiterung des vorhandenen Sportgeländes durch
seine begrenzte Lage nicht durchzuführen war,
zog man den Bau eines neuen Sportplatzes in Erwägung.
Nach Übereignung des benötigten Geländes
durch die Stadt Gießen konnte der Verein mit
finanzieller Unterstützung der Stadt sowie durch
Eigenhilfe der Mitglieder das Vorhaben in die Tat
umsetzen. Am 2. August 1969 wurde der neue und zugleich
zweite vereinseigene Sportplatz mit leichtathletischen
Anlagen seiner Bestimmung übergeben. Im Jahr
1968 erfolgte auch die Gründung der Leichtathletikabteilung.
1974 wurde die Basketballabteilung ins Leben gerufen.
Bedingt durch den stetigen Zuwachs an aktiven Mitgliedern
und der damit verbundenen Ausweitung des sportlichen
Angebotes wurde es für den Verein in der Folgezeit
immer schwerer genügend Räumlichkeiten für
die Durchführung der Trainingsstunden zur Verfügung
zu stellen. Um diese Raumnot zu beenden musste der
Vorstand erneut in Verhandlungen mit den zuständigen
Stellen der Stadt Gießen und des Landes Hessen
treten, die zu dem Ergebnis führten, in Angrenzung
an die beiden Sportplätze eine neue Sporthalle
zu errichten. Diese Halle, die 1982 eingeweiht wurde,
passte sich hervorragend in die schon bestehenden
Außensportanlagen ein und stellte eine optimale
Ergänzung und Bereicherung der Trainingsmöglichkeiten
für alle Abteilungen des Vereins dar. Zusammen
mit dem Bürgerhaus Wieseck, der Sportheimgaststätte
und der von den Wiesecker Kegelclubs errichteten Kegelsportanlage
ist das Sportgelände am Ried zu einem bedeutenden
Sport- und Kommunikationszentrum geworden.
Im Jahr 2001 schloss sich die Basketball-Abteilung
des PSV Gießen der Basketballabteilung der TSG
Wieseck an. Somit erhielt die Abteilung einen Mitgliederzuwachs
von ca. 120 Sportlern sowie eine Damenmannschaft,
die in der Regionalliga spielte.
Im Jahr 2001 wurde ein Kunstrasenplatz gebaut mit
Unterstützung des Landes Hessen, der Stadt Gießen
und des Landessportbundes Hessen. Damit konnte sich
der Verein einen lang gehegten Wunsch nach verbesserten
Trainings- und Spielmöglichkeiten für die
Fußballabteilung erfüllen.
Im Juli 2004 feierte die Fußballabteilung ihr
100jähriges Bestehen.
Als jüngstes Kind der TSG Wieseck wurde im Frühjahr
2005 eine Radsportabteilung gegründet. Die Sportler
dieser Abteilung nehmen bereits mit Erfolg an diversen
Mountainbikerennen teil. Eine Radtouristkgruppe soll
noch gebildet werden.
Die Turn- und Sportgemeinschaft Gießen-Wieseck
e.V. ist heute mit 1.700 Mitgliedern und 6 Abteilungen
der zweitgrößte Sportverein der Stadt Gießen
und die größte Vereinigung im Ortsteil
Wieseck.
Stand: November 2005